Jeder Mensch geht uns als Mensch etwas an

(Albert Schweitzer 1875-1965)

Interessantes und Wissenswertes

Berichte über die "Berliner Polklinik - Zentrum für Mutter und Kind"sowie

Neues aus Gyumri und der Shirak Region

und den Aktivitäten des Berliner Vereins Für Armenien e.V.

Hier werden wir Sie mit einem monatlichen update am Geschehen rund um die Poliklinik und die Aktivitäten des Berliner Vereins "Für Armenien e.V." teilhaben lassen.


Leninakan, 8. Dezember 1988…

…Gyumri 8. Dezember 2018

30 Jahre nach dem Erdbeben

 

Der 7. Dezember 2018… ein Gedenktag in Gyumri …

…viele hatten sich versammelt, am Denkmal für die Opfer des Erdbebens hinter der wieder aufgebauten Erlöserkirche. Der amtierende Ministerpräsident mit seinem Kabi-nett war nach Gyumri gekommen, ebenso wie Vertreter fast aller ausländischer Bot-schaften. Mit Gedenkgebeten wurde von Geistlichen der armenisch-apostolischen Kirche die Gedenkfeier eingeleitet.

Um 11.41 Uhr, dem Zeitpunkt des Erdbebens am 7.Dezember 1988, läuteten die Glocken aller Kirchen in Gyumri. Es folgten Ansprachen, Kranzniederlegungen und eine Schweigeminute. Nach dieser Zeremonie strömten viele Hinterbliebene der Erdbeben-opfer zu dem mit Kränzen reich geschmückten Denkmal, legten eine Blume nieder, verharrten in Trauer und Gedenken. Alte und junge Menschen standen mit gesenktem Kopf vor dem Denkmal, das auch den Opfern aus dem Kreis der Helfer gewidmet ist (zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern waren im Landeanflug auf Leninakan abgestürzt).

UdSSR Container aus dem Jahr 1989

Zwei Tage später, es war Sonntag, der Tag der Wahl zum neuen Parlament, traf ich Levon Petro-syan, der sich in der blassen Dezembersonne etwas wärmte. 76 Jahre sei er und lebt nun seit 30 Jahren in einem dieser Container. Einem Container, der damals im Rahmen der Soforthilfe von der UdSSR als Notunterkunft herangeschafft wurden, eine große Menge war es seinerzeit.

Ich fragte ihn nach seinem Beruf, als was er mal gearbeitet hat. Schuhmacher sei er gewesen, aber nach dem Erdbeben hat er keine richtige Arbeit mehr gefunden.                                    

Levon Petrosyan, 76 Jahre alt

Levon Petrosyan schaut prüfend in dem Himmel: „Jetzt geht es ja noch mit den Temperaturen”, sagt er, „aber in Januar und Februar, da ist der Container eine Eiskiste. Da kannst du gar nicht so viel heizen, da ziehst du den Mantel nicht aus. Und Holz ist so teuer, mit meiner kleinen Rente kann ich mir nur wenig leisten. Also kommt alles in den Ofen was brennt. Dafür ist es im Sommer so heiß, dass du denkst, du wirst gegrillt.” Levon Petrosyan glaubt, dass er vielleicht im nächsten Sommer eine kleine Wohnung bekommt. Er hofft, dass er das noch erlebt. „Ich habe mich ja daran gewöhnt, damit abgefunden, aber die Kinder und jungen Leute hier, was haben die für ein Leben”. Nachdenklich schaut er zwei Jungen hinterher, die in ihrer “Blechbüchse” verschwinden.

„Wo kommst du her”, fragt Levon Petrosyan, „aha, aus Germania, naja, die haben damals ja viel geholfen, aber irgendwann waren sie auch wieder weg“. „Da machst Du wohl einen Besuch hier…also dann gute Reise”, Levon Petrosyan dreht sich um, schlurft zu seinem Container und schließt die windschiefe Tür hinter sich. Wolken verdecken die Sonne, es frischt auf.

Seit 30 Jahren eine Behausung

Stumm schaue ich Levon Petrosyan nach. Erschro-cken, was das schwache Dezemberlicht in Armenien für große und harte Schatten wirft.

Die von neutraler Seite ermittelten Zahlen sind er-nüchternd. Noch immer, nach 30 Jahren, leben etwa 10.000 Menschen in Gyumri in ca. 2.400 Container, davon sind über 1.000 Kinder und Jugendliche.


Diese Menschen brauchen nicht unser Mitgefühl, sie brauchen unsere Hilfe.

© 2018 Text und Fotos Rainer A. Otto, Verein „Für Armenien e.V.“ Berlin

 

Berlin, 26. November 20
In den Räumen des Deutschen Bundestages präsentierte das Deutsch-Armenische Forum das im DUMONT Reiseverlag erschienene Reisehandbuch über Armenien

 

„Im Schatten des Ararat, ein Land am Kreuzweg der Welten“

 Autor Torsten Flaig.

Der Präsident des Deutsch-Armenischen Forums, Dr. h.c. Albert H. Weiler, MdB eröffnete die Veranstaltung und begrüßte den Botschafter der Republik Armenien seine Exzellenz Ashot Smabatyan und Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Deutschen Bun-destages, Herrn Sebastian Münzenmaier MdB und freute sich über das rege Interesse an der Veranstaltung, das durch die große Zahl der Teilnehmer zum Ausdruck kam.
Nach einem Grußwort des armenischen Botschafters stellte Torsten Flaig mit einer eindrucksvollen Präsentation sein umfangreiches Werk vor. Mit fantastischen Bildern spannte sich der Bogen seines Vortrags von der Landschaft und der Geschichte Arme-niens über Kunst und Kultur zu den Menschen und ihrer heutigen Lebensart.

 Der Reiseführer ist das zurzeit einzige Werk, welches das gesamte Land Armenien erfasst.

Es ist übersichtlich gegliedert, eine gute Straßenkarte ist beigefügt. Der Umfang weist mit seinen 464 Seiten darauf hin, dass hier et-was Besonderes entstanden ist. Das Buch wiegt zwar 680 g, sollte aber bei jeder Reise einen Platz im Gepäck finden.

 Zu erwerben in jeder guten Buchhandlung.

Das stöbern in dem Buch wird sicher auch bei jenen Lesern, die bisher wenig über Armenien wussten, Reiselust auslösen

Wir freuen uns auf Sie in Armenien